Besteigung des Kilimajaro

kili2700 Meter unter der Erde wurde am 11.11.2006, beim 9. Sondershäuser Kristall-Lauf, ein Gedanke geboren: Man müsse einmal im Leben den höchsten Berg Afrikas, den größten alleinstehenden Berg der Welt, den 5896 Meter hohen Kilimanjaro bezwingen. Für die Idee zweier Lauffreunde des VFL 28 Ellrich konnten recht bald drei weitere Läufer des Vereins überzeugt werden. Über ein Jahr wurde geplant, wurden Routen und Reiseanbieter verglichen und ausgesucht, Impfschutz aufgefrischt, Visum beschafft, Literatur und Erfahrungsberichte über die Besteigung gelesen, Ausrüstung besorgt. Als bester Reiseveranstalter erwies sich die REISEZEIT Tourismus GmbH. Am 07.12.2007 war es schließlich soweit, die Reise sollte beginnen. Mit großer Spannung reisten die Sportfreunde Karl-Ernst Wernecke, Jörg Kurch, Timm Kühne, Steffen Beyer und Sebastian Kurch zum Flughafen nach Frankfurt, wo der Lausitzer Läufer Bernd Bremer zu der Gruppe stieß. Wir wussten, dass nach den Erfolgsquoten, nur Vier von uns Sechs auf der Spitze stehen werden. Nach einem langen Flug über Äthiopien und Kenia gelangten wir am Nachmittag des 08.12 auf den Flughafen Kilimanjaro. Die Schneebedeckte Kuppe übertraf alle sichtbaren Gebäude und versuchte uns schon bei der Landung abzuschrecken. Den ersten Tag nutzen wir zur Gewöhnung an das tropische Klima in Äquatornähe bei einer Safari im Arusha Nationalpark. In gespannter Vorfreude fanden wir uns am nächsten Morgen am Eingang zum Nationalpark Kilimanjaro, wo uns unser Bergführer Augustin mit zwei weiteren Bergführern, einem Koch und Zwölf Trägern erwartete. Die erste Etappe sollte uns auf der populären Marangu-Route durch den immergrünen Regenwald führen. Schon zehn Minuten nach dem Start erwartete uns ein Tropenregen, welcher in seiner Stärke und in seiner zweistündigen Dauer eine völlig neue Dimension für uns bedeutete. Nass bis auf die Füße erreichten wir die erste Hütte. Dort, vor der Mandara-Hütte auf 2700 Meter Höhe, erwartete uns wieder Sonnenschein, welchen wir zum trocknen unserer Kleindung nutzten. Ein reichhaltiges Abendessen geleitete uns in den Abend und ließ uns gestärkt in den Schal sinken. Der zweite Tag führte uns aus dem Regenwald, in ein Hochmoor, an den beindruckenden Senecienbäumen vorbei. Bei sinkenden Temperaturen erreichten wir, zum Teil mit Kopfschmerzen, aufgrund der Höhe von nun 3700 Metern, die Horombo-Hütte. Ein Blick auf den Gipfel und das weit unter uns liegende afrikanische Vor-Land entlohnten und ließen uns in der einfachen, aber völlig ausreichenden Hütte den folgenden Tag erwarten. Am folgenden Tag nutzten wir die Möglichkeit zur Akklimatisation und wanderten über den Zebra-Felsen zur 4500 Meter hoch gelegenen Mawenzi-Hütte am Schwestergipfel des Kibo (so heißt der Gipfel des Kilimanjaro-Massivs). Am Nachmittag ging es wieder zurück zur uns bekannten Horombo-Hütte. Ein solcher Tag ist allen anderen Gipfelstürmern zu empfehlen, gewöhnt er den Körper doch an die Höhe. Tags darauf führte uns der Weg an der letzten Wasserstelle vorbei, zur alpinen Hochwüste, extreme Temperaturschwankungen und starke Sonneneinstrahlung trübten den traumhaften Blick auf den Gipfel. Nachmittags wurde die eiskalte Kibo-Hütte auf 4700 Metern erreicht. Die Nacht brachte keinen Schlaf und schon 24 Uhr stiegen wir in Babyschritten in sternklarer Nacht der Spitze entgegen. Der Aufstieg verlangt Äußerstes vom Körper und bringt jeden an die persönlichen Grenzen. Temperaturen um die minus 20 Grad Celsius erwarten die Bergsteiger.  Dafür entlohnt der Sonnenaufgang übern den Gletschern und über Afrika. Eine traumhafte, ewige weite Sicht erwartete uns zum Sonnenaufgang am Gipfelkreuz. Alle aus unserer Gruppe hatten es geschafft! Überglücklich kletterten wir den Berg herab und nach einer Zwischenrast in der schon bekannten Horombo-Hütte erreichten wir am Mittag des 15.12. den Ausgang des Nationalparks, wo wir stolz unsere Besteiger-Urkunde erhielten. Die Erinnerung und Gedanken an diese Besteigung werden uns wohl ewig begleiten und verbinden uns  mit einem unsichtbaren Band. Dieses Abenteuer führt an persönliche Grenzen und schafft unvergessliche Eindrücke.

Sebastian Kurch, VfL 28 Ellrich

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